Überblick: Welche Förderungen gibt es für die Dachsanierung?
Wer sein Dach energetisch saniert, kann unter bestimmten Voraussetzungen von staatlichen Förderprogrammen profitieren. Die wichtigsten im Überblick (Stand: Frühjahr 2026 — Änderungen vorbehalten):
- BAFA-Zuschuss (Bundesförderung für effiziente Gebäude — Einzelmaßnahmen): Direkter Zuschuss von 15 – 20 % der förderfähigen Kosten
- KfW-Ergänzungskredit 358/359: Zinsgünstige Kredite bis 120.000 Euro pro Wohneinheit
- iSFP-Bonus: Zusätzliche 5 Prozentpunkte bei Umsetzung eines individuellen Sanierungsfahrplans
- Steuerliche Förderung (§ 35c EStG): Alternative zum Zuschuss — 20 % der Kosten über 3 Jahre absetzbar
⚠️ Wichtigste Regel bei Förderungen
Den Förderantrag immer VOR Vertragsabschluss und Beauftragung der Handwerker stellen. Nachträgliche Anträge werden grundsätzlich abgelehnt. Ausnahme: Die steuerliche Förderung nach § 35c EStG benötigt keinen Vorab-Antrag.
BAFA-Zuschuss: BEG Einzelmaßnahmen (EM)
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude — Einzelmaßnahmen (BEG EM) ist das meistgenutzte Programm für die Dachsanierung. Es wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verwaltet.
Was wird gefördert?
- Dachdämmung (Aufsparren-, Zwischensparren-, Untersparrendämmung)
- Dämmung der obersten Geschossdecke
- Einbau von Dachflächenfenstern mit verbesserten U-Werten
- Kombination von Neueindeckung und Dämmung
Wie hoch ist der Zuschuss?
| Fördervariante | Zuschuss | Max. förderfähige Kosten |
|---|---|---|
| Einzelmaßnahme (Standard) | 15 % | 30.000 € pro Wohneinheit |
| Mit iSFP-Bonus | 20 % | 60.000 € pro Wohneinheit |
Rechenbeispiel
Sie lassen Ihr Dach eines Einfamilienhauses dämmen und neu eindecken. Förderfähige Kosten: 25.000 Euro.
- Ohne iSFP: 15 % Zuschuss = 3.750 Euro
- Mit iSFP: 20 % Zuschuss = 5.000 Euro
Der iSFP-Bonus bringt Ihnen in diesem Fall satte 1.250 Euro mehr — und der Sanierungsfahrplan selbst wird ebenfalls mit 80 % gefördert (max. 1.300 Euro für ein Ein-/Zweifamilienhaus).
Voraussetzungen
- Das Gebäude muss mindestens 5 Jahre alt sein
- Die Maßnahme muss den technischen Mindestanforderungen des BEG entsprechen (z.B. U-Wert ≤ 0,14 W/(m²·K) für Dachflächen)
- Die Ausführung muss durch ein Fachunternehmen erfolgen
- Ein Energieeffizienz-Experte muss die Maßnahme begleiten (Kosten dafür werden zu 50 % gefördert)
KfW-Ergänzungskredit 358/359
Seit 2024 bietet die KfW einen zinsgünstigen Ergänzungskredit an, der zusätzlich zum BAFA-Zuschuss in Anspruch genommen werden kann. Damit lässt sich der verbleibende Eigenanteil günstig finanzieren.
Konditionen im Überblick
- Kreditbetrag: Bis 120.000 Euro pro Wohneinheit
- Zinssatz: Unterhalb des üblichen Marktniveaus (variiert — aktuelle Konditionen auf kfw.de prüfen)
- Laufzeit: 4 – 35 Jahre, mit tilgungsfreien Anlaufjahren
- Voraussetzung: BAFA-Zuschusszusage muss vorliegen
- Einkommensgrenze (KfW 358): Zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 90.000 Euro
Der iSFP-Bonus: 5 % mehr Förderung
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist eine umfassende Energieberatung für Ihr Gebäude. Ein zertifizierter Energieberater analysiert den energetischen Zustand und erstellt einen maßgeschneiderten Fahrplan mit priorisierten Sanierungsschritten.
Vorteile des iSFP
- +5 Prozentpunkte auf den BAFA-Zuschuss für jede Einzelmaßnahme
- Doppelte förderfähige Kosten: 60.000 statt 30.000 Euro pro Wohneinheit
- Structurierter Überblick über alle sinnvollen Maßnahmen
- Der iSFP selbst wird zu 80 % gefördert (max. 1.300 Euro für Ein-/Zweifamilienhaus)
💡 Unser Tipp
Der iSFP lohnt sich fast immer. Bei einer 25.000-Euro-Dachsanierung sparen Sie mit dem Bonus 1.250 Euro zusätzlich — während der iSFP selbst nach Förderung nur ca. 200 – 300 Euro Eigenanteil kostet. Das ist ein hervorragender Return on Investment.
Alternative: Steuerliche Förderung nach § 35c EStG
Als Alternative zum BAFA-Zuschuss können Sie energetische Sanierungsmaßnahmen steuerlich geltend machen. Dies kann sich besonders für Eigennutzer mit höherem Einkommen lohnen:
| Jahr | Absetzbar | Maximal |
|---|---|---|
| Jahr 1 (Durchführungsjahr) | 7 % der Kosten | 14.000 € |
| Jahr 2 | 7 % der Kosten | 14.000 € |
| Jahr 3 | 6 % der Kosten | 12.000 € |
| Gesamt | 20 % der Kosten | 40.000 € |
Vorteile der steuerlichen Förderung
- Kein Vorab-Antrag nötig — Sie brauchen nur die Bescheinigung des Fachunternehmens
- Kein Energieeffizienz-Experte erforderlich
- Gesamtförderung kann höher ausfallen als der BAFA-Zuschuss
Nachteile
- Förderung verteilt sich über 3 Jahre
- Nur für selbstgenutzte Immobilien
- Nicht kombinierbar mit BAFA-Zuschuss für dieselbe Maßnahme
So beantragen Sie die Förderung: Schritt für Schritt
- Energieberater beauftragen: Einen iSFP erstellen lassen (empfohlen) oder direkt zur Einzelmaßnahme beraten lassen
- Angebote einholen: Mindestens ein konkretes Angebot vom Fachbetrieb für die geplante Maßnahme
- Förderantrag stellen: Online beim BAFA (für den Zuschuss) — vor der Auftragsvergabe!
- Zuwendungsbescheid abwarten: Erst nach positivem Bescheid den Handwerkervertrag unterschreiben
- Maßnahme durchführen lassen: Der Energieberater begleitet die Umsetzung und bestätigt die fachgerechte Ausführung
- Verwendungsnachweis einreichen: Rechnung und Bestätigung beim BAFA hochladen
- Zuschuss erhalten: Die Auszahlung erfolgt in der Regel innerhalb weniger Wochen
Welche Förderung lohnt sich für mich?
Die Wahl zwischen BAFA-Zuschuss und steuerlicher Förderung hängt von Ihrer persönlichen Situation ab:
- BAFA + iSFP lohnt sich bei Kosten bis 60.000 Euro und wenn Sie den Zuschuss sofort benötigen
- Steuerliche Förderung kann bei höheren Einkommen und Kosten über 30.000 Euro vorteilhafter sein — insbesondere wenn Sie keinen Vorab-Antrag stellen möchten
🏠 Nächster Schritt
Lassen Sie sich ein unverbindliches Angebot von einem Fachbetrieb erstellen — dann können Sie konkret berechnen, welche Förderung sich am meisten lohnt. Über DachRadar finden Sie den passenden Dachdecker in Leipzig — kostenlos und in weniger als 60 Sekunden.